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Ratgeber für Erstaussteller
in Ausstellungen / Termine / Treffen 21.09.2010 12:18von Jörg • Administrator | 2.984 Beiträge
Ratgeber für Erstaussteller zum richtigen Vorführen von Hunden auf Rassehunde-Ausstellungen
Einleitung
Das Vorführen von Hunden erfordert Verständnis, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewußtsein, Disziplin und auch Rücksichtnahme.
Fairniß ist im und am Ring oberstes Gebot. Ein guter Aussteller/in erkennt die vergebenen Formwertnoten des Richters ohne Wenn und Aber an. Er kann stilvoll verlieren, ohne die Leistung des anderen negativ zu beurteilen.
Nur Hunde, die zu der speziellen Schau schriftlich mit Meldeschein beim Ausrichter der Ausstellung gemeldet sind, können auch gezeigt werden. Wichtig ist, auf den letzten Meldeschluss achten und im Vorfeld die Meldegebühr entrichten.
Es muss auf jeden Fall eine Meldebestätigung des Ausstellers bei Ihnen vorliegen.
Die Kleidung des Ausstellers sollte sich von der Farbe des Hundes abheben.
Der Aussteller/in sollte stets sauber und gepflegt den Ring betreten. Zu lässige Kleidung wirkt ebenso unvorteilhaft wie zu elegante. Das Schuhwerk sollte ebenfalls dem Anlass entsprechen und es ermöglichen, sowohl im Ring zu Laufen alsauch zu rennen.
Die Farbe der Leine sollte der Nackenfarbe des Hundes auf der Showseite entsprechen.
Die Leine sollte weder zu lang sein, noch auf dem Boden hängen. Die Showleine darf nicht zur kurz ausfallen, um ggf. um den Hund herumlaufen zu können.
Zu keiner Zeit darf der Aussteller über den Rücken des Hundes steigen, da dies als Fehler gehandhabt wird.
Die Leine sollte sich stets aufgerollt in der Hand des Ausstellers befinden. Sie sollte dem Aussteller/in weder herunterfallen, noch mit dem Ende aus dem Handballen schauen.
Die Startnummer wird vom Ringpersonal verteilt. Sie sollte stets gut sichtbar am linken Arm oder an der linken Seite des Körpers getragen werden.
Befolgen Sie Anweisungen des Richters und des Ringpersonals und hören immer genau zu.
Eventuell möchte der Richter von Ihnen eine andere Figur sehen, als die des Vorgängers.
Wenn Sie über Anweisungen unsicher sind oder sie akustisch nicht verstehen, bitten Sie den Richter höflichst, seine Anweisungen zu wiederholen.
Trainieren Sie mit Ihrem Hund, damit er das Gebiss zeigt.
Der Richter muss sowohl die Vorderansicht der Zähne, alsauch die Seitenansicht des Gebisses sehen und kontrollieren können. Es ist zu empfehlen, erst die dem Richter abgewandte Seite
zu zeigen, dann die Front und dann die dem Richter zugewandte Seite.
Wenn Sie nach einer Figur zu Ihrem Platz zurückkehren, stellen Sie Ihren Hund parallel mit einem ca. 2 m Abstand vor dem Richter auf ( beliebig, auch freistehend ) .
Verfolgen Sie den Ablauf im Ring sorgfältig. Wenn sich die Beurteilung des letzten Hundes dem Ende neigt, stellen Sie Ihren Hunde nochmals optimal hin.
Sollten Sie Leckerlis im Ring benutzen, achten Sie darauf, daß Sie andere Aussteller und deren Hunde damit nicht beeinträchtigen. Falls ein Leckerlie herunter fällt, heben Sie es bitte unverzüglich wieder auf.
Plazieren Sie sich niemals zwischen Hund und Richter ( Goldene Regel )
Einlaufen in den Ring
Der Ablauf im Ring sollte sich vorzugsweise an der Bewertung der Hunde in den Rasseringen orientieren.
Die Vorführung der Hunde wird zunächst in der Gruppe, in Stand, in der Bewegung und dann Einzeln beurteilt.
Bevor Sie den Ring betreten, sollten Sie sich im Ring umschauen, d.h.,
> Wo steht der Richter ?
> wie groß ist der Ring ?
Achten Sie auf die Anweisungen vom Richter oder Ringhelfer, denn sie sagen Ihnen, wo Sie sich mit Ihrem Hund aufbauen können bzw. sollen.
Laufen Sie mit Ihrem Hund in angemessener Geschwindigkeit und Entfernung zu den anderen Teilnehmern, um Irritationen und Auflaufen zu vermeiden.
Bauen Sie Ihren Hund im angemessenen Abstand zu den anderen Teilnehmern auf. Lassen Sie dem Richter genügend Platz zwischen den einzelnen Ausstellern und deren Hunde, damit dieser ggf. seine Position ändern kann.
Seien Sie immer wachsam und verfolgen das Geschehen, damit Sie niemals zwischen Richter und Hund stehen.
Wechseln Sie Ihre Position an das hintere Ende des Hundes, wenn der Richter sich die Vorderansicht des Hundes anschaun möchte ( und umgekehrt ) .
Vergesssen Sie nicht Ihrem Hund ein Kommando zu erteilen, ggf. muss der Hund nochmals aufgebaut werden.
Wenn ein Positionswechsel nötig ist, steien Sie niemals über den Rücken des Hundes.
Laufen Sie langsam, Schritt für Schritt, um den Hund herum.
Wenn der letzte Hund mit seinem Aussteller/in die Runde dreht, sollte Ihr Hund bereits aufgebaut sein, damit ihn der Richter begutachten kann.
Aufbauen des Hundes
Das Aufbauen des Hundes sollte so schnell und effizient wie möglich geschehen.
Manchmal bleiben nur wenige Sekunden, bevor der Richter bereit ist und in die Runde schaut oder den Hund des Ausstellers in der Einzelbeurteilung
bewertet.
Die Beine des Hundes sollten möglichst rassetypisch stehen. Das gilt für
die Vorder- alsauch für die Rückansicht des Hundes.
Der Kopf des Hundes sollte in einer natürlichen , dem jeweiligen
Rassestypus entsprechenden Position mit Leine oder durch Hand
gehalten werden.
Figuren laufen
1. Wenden
Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Wende zu laufen. die drei international gebräuchlichen und zweckmäßigen sind wie folgt erläutert.
Wichtig ist in jedem Fall, dass sich der Hund flüssig und ohne deutliches Abbremsen in der Wende bewegen kann und sein Gsngwerk dadurch möglichst vorteilhaft wirkt.
Wende nach Außen
Der Hund wird auf der linken Seite geführt. Kommt es zum Richtungswechsel, wird der Hund im großen Bogen um den Aussteller/in herum geführt. Diese Wende kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Aussteller/in eine Figur beginnt und auf den Richter zuläuft, um Platz
zu sparen und dann seine Figur beginnt; oder wenn der Aussteller/in unmittelbar nach seiner Rückkehr zum Richter eine weitere Figur laufen muss.
Wende nach Innen
Der vorzuführende Hund befindet sich zunächst in der Hand auf der linken Seite des Aussteller/in. Kommt es zum Richtungswechsel ( gemeinsam auf + ab ) , so bewegen sich der Aussteller/in und Hund aufeinander zu. Die Leine wechselt von der linken in die rechte Hand. Der Hund befinet sich nun auf der rechten Seite.
Show-Wende
Bei der Show-Wende bleibt der Hund auf der Linken Seite und in der linken Hand. Es folgt kein Handwechsel. Der Aussteller/in läuft mit erhöher Geschwindigkeit um den Hund herum.
Der Aussteller/in sollte möglichst nicht abstoppen oder den Hund in seiner Bewegung bremsen.
Auf und Ab
Diese Übung ermöglicht dem Richter die Beurteilung des Gangwerkes des Hundes von Vorn und von Hinten. Platzieren Sie dazu Ihren Hund vor dem Richter. Laufen Auf und Ab, kehren dann
zurück und stoppen ca. 3 m vor dem Richter, damit Sie Ihren Hund ca. 2 m vor dem Richter aufbauen bzw. freistehen lassen können.
Man kann sich besser orientieren, wenn man einen bestimmten Punkt im Ring fixiert und auf diesen zuläuft.
Bei der Ausführung ist darauf zu achten, daß sich der Hund und sein Aussteller/in in gerader Linie vom Richter weg bewegen und dann, möglichst ohne in der Wende zu stoppen, auf der selben Linie zum Richter
zurückkehren, ohne daß dieser seine Position ändern muss.
Die Länge der Übung hängt von der Größe und Geschwindigkeit des Hundes ab.
Unser Tipp
> Niemals zwischen Hund und Richter plazieren
> Niemals aus dem Sichtfeld des Richters laufen
> Niemals die Leine fallen lassen, noch sollte sie aus Ihrer Hand Schauen.
> unbedingt den Anweisungen des Richters Folge leisen
Dreieck ( gegen den Uhrzeiger )
Diese Übung ermöglicht es dem Richter das Gangwerk des Hundes von Hinten, von der Seite und von Vorne zu prüfen.
Plazieren Sie Ihren Hund vor dem Richter und beginnen das Dreieck zu laufen.
Die Form des Dreieckes sollte so gewählt werden, daß der Richter ohne Mühealle 3 genannten Ansichten des Hundes gleich ausgiebig prüfen kann, d.h., daß alle drei Seiten des Dreiecks gleich lang sein sollten. Die Größe des Dreieckes hängt jedoch von er Geschwindigkeit und Größe des Hundes sowie der nutzbaren Fläche im Ring ab. Der Hund wird zu jeder Zeit der Figur auf der linken Seite geführt.
Umgekehrtes Dreieck ( mit dem Uhrzeiger )
Bei der Ausführung dieser Figur sind die selben Punkte wie bei dem v.g. Dreieck zu beachten.
Wichtig: Hier wird der Hund zu jeder Zeit der Figur auf der rechten Seite geführt.
Unser Tipp
Wechselt ein Richter während einer Figur seine Position, muss der Aussteller/in die Figur erst zum Orginalpunkt zurücklaufen, bevor er seinen Hund vor dem Richter erneut aufbaut.
Kreis
Die Übung ermöglicht dem Richter das Ganwerk des Hundes von der Seite
zu beurteilen. Der Richter kann mehrere Hunde und deren Aussteller/in
miteinander vergleichen. Zum anderen zeigt es dem Richter wie der
Aussteller/in seinen/ihren Hund unter Kontrolle hat und mit ihm
im Team arbeitet.
Der Aussteller/in sollte, wenn nichts anderes vorgegeben, den ganzen Ring für diese´Übung nutzen. Üblicherweise steht der Richter dabei in der Mitte des Kreises.
Der Hund wird von Links geführt.
Sollte der Richter seine Position nach Außen verlagern, so muss der Aussteller/in seine Position verändern. Ein Handwechsel ist hier notwendig. Der Hund wechselt
vor dem Aussteller/in von der linken Hand in die rechte Hand. Der Hund wird nun rechts geführt.
Am Richter vorbei dreht sich der Aussteller/in zum Hund ein. Ein erneuter Handwechselvon rechts nach links ist hier notwendig. Der Hund sollte nun wieder links geführt werden.
Unser Tipp
Lassen Sie hier genügend Abstand zwischen Ihnen und anderen Hunden
T laufen ( gegen den Uhrzeiger )
Diese Übung ermöglicht es dem Richter eine gründliche Beurteilung des Gangwerkes von Hinten, von beiden Seiten und von Vorne
Plazieren Sie wieder Ihren Hund vor dem Richter. Fixieren Sie alle Punkte, die Sie zum "T" ablaufen müssen.
Bei der Durchführung des "T" ist darauf zu achten, daß keine Lauflinie zu kurz ist.
L laufen ( gegen den Uhrzeiger )
Das "L" erfüllt bei der Beurteilung eines Hundes im Ring den selben Zweck wie das "T". Es kann dem "T" gegenüber jedoch bevorzugt werden, wenn der Ring besonders schmal und lang aufgebaut ist.
Für diese Figur gelten alle Regeln wie unter "T" genannt.
Gemeinsam Auf und Ab
Diese Übung ermöglicht dem Richter das Gangwerk von 2 Hunden gleichzeitig zu betrachten.
Gleichzeitig sieht der Richter die Koordination und das Geschick eines Aussteller/in sowie die Kontrolle über den eigenen ggf. fremden Hund.
Beim gemeinsamen Auf und Ab werden die zwei vorzuführenden Hunde zwischen den beiden Ausstellern geführt. Es ist darauf zu achten, dass beide Hunde nebeneinander im Blickfeld des Richters laufen. Sowohl der Hinweg, alsauch der Rückweg sollten gleichzeitig
gestartet werden.
Beide Aussteller sollten ca. 3 m vor dem Richter abstoppen, damit sie ihre Hunde ca. 2 m vor dem Richter aufbauen bzw. freistehen lassen können.
Unser Tipp
Vermeiden Sie Augenkontakt mit dem anderen Hund
So jetzt wissen Sie das Notwendigste, alles andere kommt mit der Übung.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß und viel Erfolg. Sollte letzterer sich nicht im gewünschten Maß einstellen, vergessen Sie bitte eines nicht:
Ihr Hund ist der schönste, der Beste und absolut einzigartig. 
Jörg
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